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▲ Professionelle Pflege – Sicherheit im alter benötigt neue wege!

Kaum ein Tag vergeht an dem wir nicht mit den Themen der Personalknappheit im Gesundheitswesen und zunehmend erschwerter Versorgung pflegebedürftiger Senioren konfrontiert werden. Sei es aus den Medien, private Gespräche oder sogar in eigener Situation. Auf den Landesebenen wird dieses Thema seitens der Hauptinitiatoren unterschiedlich angegangen. Es wird jedoch gleichbleibend lediglich der Status-Quo, also die derzeitig angespannte Situation, beschrieben. Über die Ursache wird wenig berichtet. Hier ist der gleichbleibende Wortlaut: „Pflegekräfte müssen besser bezahlt werden!“ Aus ´Sicht der Leistungserbringer ist dazu zu sagen, dass die Unternehmen gerne mehr – sogar deutlich mehr – bezahlen würden. Die Rahmenbedingungen müssen dieses jedoch zulassen. Unternehmer in der Pflege haben nur sehr wenig Einfluss auf die eigene Ertrags- und Kostensteuerung. Die Vergütungssätze für Pflegeleistungen werden in teilweise sehr aufwendigen Verfahren zwischen den Kostenträgern (Kassen und Sozialhilfeträger) und den Leistungserbringern erzielt. Der größte Einigungspunkt sind jeher die Personalkosten. In einigen Bundesländern werden Ergbnisse nur noch über aufwendige Schiedsstellenverfahren erzielt. Auch dort oftmals nicht für den möglichen Schritt zu spürbar besserer Entlohnung des Personals. Eine Grundlage dafür bildet die Finanzierungsgrundlage der gesamten professionellen Pflege. Diese ist maßgeblich über die Pflegeversicherung abgebildet. Für jeden Pflegegrad werden unterschiedliche Pauschalbeträge abgebildet. Pflegeleistungen in höheren Pflegegraden übersteigen diese, egal ob ambulante Pflege oder stationäre Pflege, immer. Alle Steigerungen fallen somit direkt auf den Endverbraucher. Im vollstationären Bereich liegen die Zuzahlungen längst bei teilweise deutlich über 1400 € im Monat. In den letzten zwei Jahren sind daraus resultierend Anstiege bei den Anträgen auf Sozialhilfe im Alter zu erkennen. In einigen Bundesländern sind die Förderbeträge in der Sozialhilfe für Pflegeeinrichtungen so gedeckelt, dass neue Einrichtungen weiterhin hohe Zuzahlungen aufrufen müssen. Steigende Baukosten durch weiter zunehmende Vorschriften und Anforderungen sind ein Grund für weitere Kostensteigerungen in diesem Bereich.

Pflege könnte heute bereits deutlich mehr sein! Würde man politisch Menschen über 75 noch einen ähnlichen Stellenwert geben wie hilfebedürftigen Jugendlichen (in diesem Bereich wird von staatlicher Seite deutlich mehr finanziert), könnte allein aus psychologischer Sicht gesellschaftlich ein deutlich höherer Mehrwert an Lebenserfahrung prägend sein. Wir haben die technologischen Möglichkeiten Pflege durch gezielten Einsatz künstlicher Intelligenz, damit sind keine umherfahrenden Plastikfiguren gemeint, personenbezogener zu machen als sie in den letzten Jahren sein durfte. Technologie, die nicht wahrnehmbar im Hintergrund Risiken erkennt und bürokratische Prozesse automatisiert gibt Pflege- und Betreuungskräften mehr reine Zeit für persönliche und zwischenmenschliche Taten. Lebensqualität im Alter ist kein rein gesellschaftlicher Anspruch sondern sollte vor allem politischer Anspruch sein. Dazu bedarf es einer Neuordnung des Finanzhaushaltes. Für sehr viele aus bürgerlicher Sicht nicht nachvollziehbare Gegebenheiten werden Milliarden Steuergelder vergeben. Es wird Zeit Lebensqualität im Alter zu stärken und damit neues generationenübergreifendes Miteinander zu stärken. Wichtige Schritte für effektiv mehr Fachpersonal in der Pflege und mehr gesellschaftliche Möglichkeiten für Senioren – tatsächlich eine Frage des Geldes an den richtigen Stellen.  

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