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▲ Neue CHancen

CARE Invest 06.12.2016

Immer mehr Menschen in Sachsen-Anhalt und Thüringen bekommen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Das zeigen die Daten der neuesten Pflegestatistiken, die heute von den Statistischen Landesämtern vorgelegt wurde. Nur etwa die Hälfte der Menschen mit Pflegebedarf bekommt professionelle Unterstützung.
Zum Jahresende 2015 erhielten 99.119 Personen im Land Sachsen-Anhalt Leistungen aus der Pflegeversicherung. Das entspricht einem Anstieg von 7,3 Prozent (6.703 Pflegebedürftige) gegenüber dem Berichtsjahr 2013. Pflegerische Leistungen wurden 1999 von jeder 40. Person beansprucht, im Berichtsjahr 2015 betraf dies schon jeden 23. Einwohner/in. 64,4 Prozent (63.859) aller Pflegebedürftigen waren weiblich. Dies geht aus den Ergebnissen der neuesten Pflegestatistik hervor, die das Landesamt heute in Halle vorgelegt hat.
Die Mehrheit der Pflegebedürftigen (83.233 Pflegebedürftige, 84,0 %) war 65 Jahre und älter. Aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung stellten die Frauen mit 68,3 Prozent (56.878 weibliche Pflegebedürftige) den größeren Anteil der Pflegebedürftigen dieser Altersgruppe.
In Sachsen-Anhalt wurden Ende 2015 insgesamt 25.935 Pflegebedürftige (26,2%) durch 564 ambulante Pflegedienste versorgt. Das waren 30 Dienste (5,6%) mehr als im Berichtsjahr 2013. Es waren 10.746 Personen beschäftigt, darunter 9.821 Frauen (91,4%). Gegenüber 2013 erhöhte sich die Anzahl der durch ambulante Pflegedienste betreuten Pflegebedürftigen um 2.904 Personen (12,6%) und die der dort Beschäftigten um 972 (9,9%).
In den 560 stationären Pflegeeinrichtungen (Pflegeheimen) wurden 28.961 (29,2%) pflegebedürftige Menschen vollstationär versorgt. Die Anzahl der Pflegeheime erhöhte sich um 43 Einrichtungen (8,3%) gegenüber der vorangegangenen Erhebung. Bei den vollstationär versorgten Pflegebedürftigen war ein Anstieg um 678 Personen (2,4%) zu verzeichnen. In den stationären Pflegeeinrichtungen waren 21.089 Personen beschäftigt, 1.018 (5,1%) mehr als am Jahresende 2013.
Darüber hinaus erhielten 44.223 (44,6%) pflegebedürftige Personen Ende 2015 ausschließlich Pflegegeld, um die häusliche Pflege, die in der Regel durch Angehörige übernommen wird, sicherzustellen.
Durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen wurden 63,2 Prozent (16 383 Pflegebedürftige) der ambulant versorgten Pflegebedürftigen als erheblich pflegebedürftig (Pflegestufe I), 30,1 Prozent (7 807 Pflegebedürftige) als schwerpflegebedürftig (Pflegestufe II) und 6,7 Prozent (1 745 Pflegebedürftige) als schwerstpflegebedürftig (Pflegestufe III) eingestuft.
Von den vollstationär versorgten Pflegebedürftigen wurden 34,6 Prozent (10.022 Pflegebedürftige) in die Pflegestufe I, 45,3 Prozent (13.108 Pflegebedürftige) in die Pflegestufe II und 19,3 Prozent (5.600 Pflegebedürftige) in die Pflegestufe III eingestuft. Bei einem Anteil von 0,9 Prozent (231 Pflegebedürftige) konnte noch keine Einstufung vorgenommen werden.
Auch in Thüringen sind mehr Menschen auf Pflege angewiesen. Am 15.12.2015 waren 94.280 Einwohner Thüringens pflegebedürftig im Sinne des SGB XI. Das waren laut Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 7.391 Personen bzw. 8,5 Prozent mehr als Ende 2013. Im Vergleich zum Jahresende 1999, dem Jahr der Einführung der Pflegestatistik, ist die Zahl der Pflegebedürftigen um 56,5 Prozent gestiegen. Gemessen an der Thüringer Gesamtbevölkerung war damit Ende 2015 jeder 25. Thüringer Bürger pflegebedürftig, Ende 1999 war es noch jeder 40. Thüringer.
Knapp zwei Drittel der Pflegebedürftigen (60.719 Personen bzw. 64,4%) waren Frauen. Während 5,5 Prozent der weiblichen Thüringer Bevölkerung von Pflegebedürftigkeit betroffen waren, waren es bei den Männern 3,1 Prozent.
Durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung wurden 54.142 Personen bzw. 57,4 Prozent der Pflegestufe, 30.004 Personen bzw. 31,8 Prozent der Pflegestufe II und 10.058 Personen bzw. 10,7 Prozent der Pflegestufe III zugeordnet. Bei weiteren 76 Männern und Frauen (0,1%) war die Einstufung zum Erhebungsstichtag 15.12.2015 noch nicht abgeschlossen.
Bei 40.740 Personen (43,2%) lag zusätzlich eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz vor. Diese Personen sind auf Grund von demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen auf eine besondere Betreuung angewiesen.
Ende 2015 wurden 46 537 Pflegebedürftige zu Hause ausschließlich durch Familienangehörige oder
Bekannte versorgt. Ihr Anteil an den Pflegebedürftigen insgesamt betrug 49,4 Prozent. Im Jahr der Einführung der Pflegestatistik 1999 betrug dieser Anteil noch 56,1 Prozent.
Weitere 23.185 Männer und Frauen (24,6%) wurden von einem der 432 ambulanten Pflegedienste und 24.558 Thüringer (26%) in einem der 457 Pflegeheime vollstationär betreut.

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